Biografie

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Deniz Yeker

16. September 1963 in Istanbul geboren. 1982 das Österreichische Gymnasium in Istanbul und 1986 Universität Istanbul – Fakultät für Betriebswirtschaft abgeschlossen. September 1986 bis März 1987, 6 Monate lang in Bell College, Saffron Walden -England. Im April 1987 bin ich nach Zürich gekommen, um eine Weiterbildung im Finanzwesen an der Uni Zürich an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zu machen. Ursprünglich wollte ich eigentlich nur 2 Jahre in der Schweiz bleiben, jedoch wurden diese 2 Jahre zu 21 Jahren. In dieser Zeit habe ich als Treuhänderin, Unternehmensberaterin und Bankangestelltin gearbeitet. Ende 2007 habe ich nach 25 Jahren, meine grosse Liebe getroffen und geheiratet. Mit dieser neuen Beziehung bin ich dann nach Istanbul zurückgekehrt. Im Herbst 2015 sind wir wieder in die Schweiz umgezogen.
Ich arbeite immer noch als Beraterin und habe zwei erwachsene Kinder.

So, jetzt wissen Sie, was ich bin. Viel interessanter aber ist
WER ich BIN

Als ich am 16. September 1963 in Istanbul als erstes Enkelkind einer wohlhabenden Familie auf die Welt gekommen bin, war ich für die ganze Familie eine Enttäuschung. Alle hatten sehnsüchtigst einen strammen Jungen erwartet – aber das, was da kam, war “nur” ein Mädchen. Die Welt meiner Mutter brach komplett in sich zusammen, denn das einzige was von Ihr erwartet wurde, war, einen “Kronprinzen” für die Familie auf die Welt zu bringen. Sie scheiterte als ihre Träume und Erwartungen, eine altmodische Sozialisation, mit der Realität kollidierten.

Meine Mutter konnte mir ein Leben lang nicht verzeihen, dass ich als Mädchen auf diese Welt gekommen bin. Wie hätte sie auch anders gekonnt? Sie war ein Opfer der Werte, mit denen sie aufgewachsen war, wie alle anderen auch. Vor sich hatte sie an diesem Tag als Frau und Mensch versagt. Nach ihrem Weltbild war die einzige Aufgabe der Ehefrau, ihrem Mann einen gesunden Jungen zu gebären, einen Jungen, der das Erbe und den Familiennamen weitertragen sollte. Sie fühlte sich schuldig.
Und ihr Schuldigfühlen sollte auch meines sein: sie gab es an mich weiter. Und ich? – Ich fühlte mich schuldig und war wütend. Jahrelang. Und es kam, wie es kommen musste: Die Schuld nährte die Wut auf meine Mutter und auf mich selber.
Und mein Vater? Mein liebster Vater konnte mich ganze sechs Monate lang nicht in seinen Arm nehmen, nur weil ich ein Mädchen war. Trotzdem war ich nie wütend auf ihn, da mir ganz klar bewusst war, dass er ein Herz aus Gold besitzt. Er war schwach, gewiss. Schwach gegenüber einer Gesellschaft, die von ihm etwas anderes als ein Mädchen erwartete. Mein Vater hatte Angst. Oder sehr viele Ängste. Er hat sich nie getraut, das zu machen, was er wirklich wollte. Aber das ist sein Weg und das muss ich akzeptieren und respektieren. Ich frage mich schon lange nicht mehr wie es gewesen wäre, wenn er gemacht hätte, was er wollte. Seine Geschichte ist die Geschichte eines sehr wolhabenden Menschen, der sein Vermögen verloren hat und heute mit Alzheimer kämpft. Meine Eltern waren nicht unbedingt ein harmonisches Ehepaar, was sich in den vielen Auseinandersetzungen zeigte.

Über die Opferrolle

Die Erlebnisse und Mechanismen welche mich in die Opferrolle drängten und welche diese negativen Gefühle beherbergten und auf mich übertrugen, habe ich erst dann angefangen zu begreifen als ich am 14. Oktober 2002 ein Nah-Tod Erlebnis hatte. Dieses Erlebnis hat mir schlussendlich bewusst gemacht, wie das Leben funktioniert.

Wir denken meistens, dass das Leben aus mehreren Zufällen besteht. Ich glaube aber nicht an Zufälle. Alles was wir erleben, sind meiner Meinung nach eine Aneinanderreihug von Szenarien, die zu unserer persönlichen Entwicklung beitragen und diese formen.

Dies ist mir erst 2002 durch meine Krankheit bewusst geworden. Bei mir wurde Gebärmutterkrebs diagnostiziert. Ich sollte am 8. Oktober operiert werden. Da dies nicht meine erste Operation war, dachte ich, ich wäre operationserfahren und schloss daraus, dass jede Operation etwa gleich verlaufe wie die andere. Deswegen plante ich innerhalb von zwei Wochen wieder an der Arbeit zu sein. Als eine verantwortungsvolle Geschäftsfrau konnte ich meine Kunden nicht vernachlässsigen. Darum verbrachte ich den ganzen nächsten Tag im Büro anstatt die Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Damals hatte ich in Zofingen eine kleine Treuhandfirma namens K-trust.

Nachdem ich alles organisiert hatte, bin ich am nächsten Tag in die Klinik Sonnenblick in Wettingen gefahren und wurde am 8. Oktober operiert. Die Operation ist gut verlaufen und ich durfte am 14. Oktober nach Hause. Als ich zu Hause ankam, waren die Kinder noch im Kindergarten und in der Schule. Ich habe als erstes meine Post kontrolliert. Darunter war eine Rechnung, mit der ich nicht einverstanden war. So habe ich diese Firma angerufen und reklamiert. Dabei habe ich mich extrem aufgeregt. Nachdem ich das Telefon aufgelegt hatte, habe ich an meinem ganzen Körper Ameisenlaufen gespürt und mich auf das Sofa im Wohnzimmer gelegt. Die Ameisen wurden immer mehr. Mein Atem hat gestockt und mein Herz – ich habe Herzrhythmusstörungen bekommen. Anschliessend habe ich ein Riss-Gefühl an den Finger- und Zehenspitzen bekommen, wie wenn sich etwas von meinem Physischen Körper trennen würde. Plötzlich habe ich eine Art Tunnel, dessen Ende voller Licht war, gesehen. Für mich war dieser Tunnel eher wie ein ganz, ganz dickes Seil aus Licht, mit dem ich verbunden war bis zu seiner Quelle. So hat meine Reise zum Licht angefangen. Ich spürte von der materiellem Welt nichts mehr. Ich durfte mit der liebevollen, beruhigenden, neutralen, unbeschreiblich schönen Lichtquelle kommunizieren. Ich bin sozusagen in einen Dialog mit ihr treten. Immer wieder habe ich der Quelle erklärt, dass ich in meinem bisherigen Leben mein Bestes gegeben hätte, dass es aber nicht funktionierte. Und die Lichtquelle hat mir geantwortet und erklärt, dass ich gar nichts machen müsste…
Während dieses Dialoges ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen und mir wurde bewusst, dass ich mir das Leben selber schwer gemacht habe und das Leben nur eine Projektion unserer inneren Einstellungen und Gedankenmuster sei. Genau wie bei dem Höhlengleichnis von Platon.

“Das Höhlengleichnis beschreibt die Situation der Menschen und deren Bemühen, durch philosophische Bildung das eigentliche Sein zu erkennen. Die Gefangenen befinden sich in einer tiefen Höhle und sehen oben am Rand Schatten. Sie erkennen Menschen, die Gegenstände vorbei tragen. Sie sehen das Abbild, die Schatten, von sich selber und meinen, es seien fremde Schatten. Einer der Gefangenen wird entfesselt und klettert aus der Höhle hinaus. Er wird vom Licht geblendet und erkennt die Gegenstände nicht richtig. Er möchte verstehen, kann aber nur undeutliche Dinge erkennen. Der Gefangene erkennt allmählich im Licht der Sonne die Dinge, wie sie sind. Der Gefangene sieht nun die Sonne selbst und erkennt auch die Hintergründe. Der Gefangene steigt wieder hinunter in die Höhle und erzählt das Erlebte. Allerdings macht er sich damit vor den anderen lächerlich, die seine Erkenntnis nicht nachvollziehen, nicht teilen können. Sie sehen nach wie vor nur den Rand der Höhle mit den Schatten und akzeptieren diese Schatten als Wirklichkeit.“

Genau so ist es für mich auch im Leben. Wenn von Menschen in meiner Umgebung negative Gefühle ausgehen und mich treffen, gehe ich in mich und versuche zu ergründen, was mir diese wirklich zeigen wollen.

Wie Sie sehen, gehe ich meinen Weg im Leben wie jeder andere Mensch. Der einzige Unterschied ist vielleicht, dass ich ein bisschen bewusster lebe und dadurch das Leben besser aus- und erleben kann.

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